Meine Meinung zu: "Eisnacht" von Sandra Brown

Lilly Martin und ihr Ex-Mann Dutch besitzen eine Hütte in den Bergen North Carolinas, in der die beiden als glückliches Ehepaar viele gemeinsame Stunden verbracht haben.
Nun, da sie geschiedene Leute sind haben sie beschlossen sich von der Hütte zu trennen und sie nur zu einem letzen Besuch(zwecks ausräumen) noch einmal aufzusuchen.
Ausgerechnet jetzt droht ein nahender Blizzard die Region rund um das Örtchen Cleary(in welchem Dutch als Polizeichef arbeitet) heimzusuchen, weshalb dieser schon vor Lilly zur Fahrt ins Tal aufbricht.
Als Lilly schließlich ihre Reise ins Tal antritt haben sich die Witterungsverhältnisse bereits rapide verschlechtert, weshalb die Talfahrt an einem Baum ihr frühzeitiges Ende findet.
Nun bleibt Lilly und Ben Tierney, den sie bei ihrem Unfall verletzt hat, nichts anderes übrig, als in der Berghütte Schutz zu suchen.
In der Zwischenzeit läuft im Tal die Suche nach mehreren vermissten Frauen, die auf mysteriöse Weise verschwanden, auf Hochtouren. Doch noch immer gibt es außer einem blauen Band, das am möglichen "Tatort" zurückgelassen wurde keinerlei Hinweise auf den Verbleib der Vermissten, oder auch nur eine Spur des Täters.
Ist Ben etwa, wie von einigen Ermittlern vermutet, der Täter, den alle nur "Blue" nennen?
Ist Lilly möglicherweise das nächste Opfer?
Je weiter sich die Handlung entwickelt, umso mehr beginnt die Fassade des idyllischen Kleinstadtlebens so mancher Bewohner zu bröckeln und dem Leser eröffnen sich immer neue Geheimnisse.
Wie auch Lilly beginnt man Ben Tierney zu misstrauen. Ist er wirklich der, der er zu sein vorgibt oder verbirgt sich hinter der vertrauenerweckenden Fassade doch ein unberechenbarer, grausamer Killer?
Immer neue Hinweise lassen den Leser an Tierneys wahrer Identität zweifeln.
Doch nicht nur Tierney gehört zum Kreis der Verdächtigen. Scheinbar belanglose Vorkommnisse rücken immer häufiger einen der Dorfbewohner in den Fokus des Lesers.
Wohin unternimmt Scott des Nachts heimliche Ausflüge?
Wozu manipulierte er die Alarmanlage in seinem Zimmmer?
Warum trennte er sich so plötzlich von Millicent, die ebenfalls vermisst wird?
Allerdings scheint Scott, der von seinem Vater, dem Trainer der örtlichen Highschool, tyrannisiert wird nicht so recht ins Bild des Verdächtigen zu passen.
Nachdem neue Geheimnisse aufgedeckt werden, beginnt man sich bald zu fragen, wie weit Wes für die Karriere seines Sohnes (die ihm selbst verwehrt blieb) gehen würde.
Ist er wirklich so besessen von seinen Plänen, dass er selbst vor einem Mord nicht zurückschrecken würde um sein Ziel zu erreichen?
Je weiter man sich im Schneegestöber auf Antwortsuche begibt und von der Spannung mitgerissen wird, desto eher muss man erkennen, dass der Untergrund der schneebedeckten Straße, die man entlangjagt, alles andere als sicher ist und an einigen Stellen gefährlich zu bröckeln beginnt, was ein Vorrankommen schier unmöglich macht, dabei scheint der Gipfel, und damit die Lösung des Rätsels doch gerade noch zum greifen nahe gewesen zu sein.
Sandra Browns Thriller "Eisnacht" zeigt wieder einmal, dass sie ihr Handwerk versteht.
Von der 1. bis zur letzen Seite ist man fast buchstäblich vor Spannung gefesselt und einmal mitgerissen fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen und die Eingeschlossenen ihrem Schicksal zu überlassen, und sei es auch nur, um sich eine Tasse (oder eine ganze Kanne) warmen Tee/Kaffee zu kochen, bevor man sich wieder mit warmer Decke aufs Sofa kuschelt, denn die eisige Witterung, die in Cleary herrscht, scheint auch die heimischen Temperaturen purzeln zu lassen.
Fazit: "Eisnacht" von Sandra Brown, in Kombination mit Tee/Kaffee etc. und einer kuschligen Decke wärmstens empfohlen.

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