Meine Meinung zu: "Zwischen uns die Flut" von Eva Moraal



Eva Moraal - Zwischen uns die Flut 

Das Wasser teilt die Gesellschaft in 2 Klassen: Nasse und Trockene. 
Wer zu den Trockenen gehört hat offensichtlich Glück gehabt und lebt ein recht unbeschwertes Leben. 
Die Nassen dagegen kämpfen mit Armut, Hunger und Verwahrlosung.

Nina ist eine Trockene, aber glücklich ist sie nicht und im Laufe der Geschichte erfährt der Leser dann auch warum, dabei hätte sie als Tochter des Gouverneurs doch eigentlich überhaupt kein Grund unglücklich zu sein. 
Sie lebt in einem wundervollen, großen Haus und bekommt von der Köchin tolle Gerichte gezaubert. 
Davon kann Max nur träumen. 
Gemeinsam mit seiner Mutter und dem großen Bruder wohnt er in einem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Max und Nina erzählt. 
Gemeinsam mit ihnen erlebt man den Schulalltag und lernt die beiden näher kennen. 
Mehr und mehr erfährt man vom Leben in den 2 Gesellschaftsschichten und den Geheimnissen der beiden Familien, leider erfährt man nicht alles was Nina und Max schon wissen oder im Laufe der Handlung herausfinden. 

Ich hätte mir gewünscht, dass die Überflutung genauer zur Sprache kommt und man einen Einblick bekommt, was im Rest der Welt los ist bzw was damit passiert ist. 
Das Thema allerdings bleibt blass und unklar, wird nur hier und da kurz angesprochen.

Der Wechsel zwischen den Protagonisten ist etwas bis zum Mittelteil sehr gut gelungen und findet zu passenden Zeitpunkten statt. 
Doch je mehr die Geschichte an Fahrt aufnimmt, desto öfter wird man mitten im Geschehen aus der Handlung gerissen und bleibt im Unklaren darüber was eigentlich gerade passiert.

Meiner Meinung nach findet auch die eigentliche Entführung erst viel zu spät statt und nimmt im Vergleich zur vorherigen "Schulalltag-Handlung" viel zu wenig Raum ein.

Glücklicherweise hat mir der Erzählstil und die Sprache der Autorin sehr gefallen, weshalb sich die Geschichte trotz allem Gemecker eigentlich doch ganz gut lesen lässt. 
Genügend (ungelöste)Rätsel und Spannung um weiter lesen zu wollen, gibt es schließlich auch.
Wer also nicht zu viel von der Geschichte erwartet und immer im Hinterkopf behält, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, wird hier gut unterhalten.

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